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Achter Verlag Der siebzehnte Mann A1068408452
„Er witterte nicht die geringste Gefahr. Aber seine Geschwindigkeit war zu hoch, als dass er in der Lage gewesen wäre, sein Auto zu beherrschen und rechtzeitig zu bremsen. Woher der Stein kam, konnte er sich nicht erklären. Der Unfall schien vorprogrammiert. Der Schreck stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er versuchte, das Steuer herumzureißen. Aber es war zu spät. Er verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, überschlug sich und prallte gegen einen Felsen. Der schlimmste Schmerz blieb ihm erspart. Beinir Kalsfjall war auf der Stelle tot.“ Die Färöer standen ganz im Zeichen der Parlamentswahl. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt. Es sah aus, als würden die ‚Grünen Färöer‘ das Zünglein an der Waage werden. Doch der entscheidende Sitz ging nicht an die favorisierte Ronja Róksdóttir, sondern an den 37-jährigen Beinir Kalsfjall, der wiederum alle überraschte und zum siebzehnten Mann gewählt wurde, sozusagen zur Schlüsselstimme in einer konservativen Koalition. Als das neu gewählte Parlamentsmitglied bei einem mysteriösen Verkehrsunfall ums Leben kam, geriet Ronja Róksdóttir schlagartig in eine besondere und schicksalhafte Situation. Die Leute hatten gute Gründe, zu spekulieren und sich zu fragen, welche Rolle sie bei diesem schmutzigen Machtspiel bekleidete. Als die schlafende Stadt an jenem nebeligen Sommermorgen von den unheilverkündenden Sirenen der Rettungs- und Polizeifahrzeuge aufgeweckt wurde, war Ronja längst auf den Beinen und verrichtete ihre tägliche Joggingtour. Sie war frustriert und maßlos enttäuscht. Dem narzisstischen Beinir Kalsfjall, der ihr und der gesamten grünen Ideologie in den Rücken gefallen war, würde sie wohl nie vergeben können. Sie selbst war Opfer einer böswilligen Lüge sowie eines hässlichen politischen Angriffs geworden. Ihre Welt lag in Trümmern, ihr Stolz war befleckt. Ronjas schöner Plan hinsichtlich einer umweltfreundlichen und nachhaltigen färöischen Zukunft war zum Scheitern verurteilt. Aber war es tatsächlich möglich, dass die 39 Jahre alte Ronja Róksdóttir, die mutige und stets gut informierte Journalistin, die auf ihren Strickclubtreffen dem Tod schon mehrfach tief in die Augen geblickt hatte, hinter dieser Schreckenstat stand? Die Leute verdächtigten sie. Sie hatte schließlich ein Motiv. Auch für Birita Suðurnes, die Polizistin, die seit einigen Monaten mit Beinir befreundet war und sogar die letzte Nacht mit dem neuen Kometen am politischen Sternenhimmel verbracht hatte, bestand kein Zweifel: Ronja musste sofort festgenommen und verhört werden. Es gibt viele Schurken in der Politik. Das Leben hinter den Kulissen ist von einer Vielzahl an Gehässigkeiten geprägt. Ein biblisches Zitat besagt, dass der den ersten Stein werfen solle, der ohne Sünde sei. Doch wer war hier der Schuldige? Machtbesessene Menschen, gefährliche Perverslinge, Betrüger und Diebe gibt es überall. Die eigenen Sünden holen einen oft ein, wenn man es am wenigsten erwartet. Doch einen Mörder erkennt man nicht an seinem Gang. ‚Dem einen sein Tod ist dem anderen sein Brot‘, lautet ein gebräuchliches Sprichwort. Die Menschen auf der Straße redeten und stellten bezüglich des Verkehrsunfalls eigene Theorien auf. Das Land wurde von einer politischen Krise erfasst. Würde es nun in der Hand der in Ungnade gefallenen Ronja Róksdóttir liegen, über das Schicksal der rechtsorientierten, christlichen Regierung um Janus Vesturfoss zu entscheiden? Und welche Gegenleistung würde sie fordern, sollte sie ihm ihre kostbare Stimme geben? Ronja war in eine Schlüsselposition geraten, aber solange der Mörder frei herumlief und sie selbst zum Kreis der Verdächtigten zählte, war sie für die färöische Politik ein Vogel mit gebrochenen Flügeln. Und das wussten die alten Füchse, die derzeit das Land regierten. Anita und ihr Mann, der bei der örtlichen Polizei beschäftigte Jákup á Trom, hatten in diesen Tagen genug mit sich selbst zu tun. Sie stand kurz vor der Geburt des dritten Kindes, und er freute sich darauf, sich für eine Weile beurlauben zu lasse
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„Er witterte nicht die geringste Gefahr. Aber seine Geschwindigkeit war zu hoch, als dass er in der Lage gewesen wäre, sein Auto zu beherrschen und rechtzeitig zu bremsen. Woher der Stein kam, konnte er sich nicht erklären. Der Unfall schien vorprogrammiert. Der Schreck stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er versuchte, das Steuer herumzureißen. Aber es war zu spät. Er verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, überschlug sich und prallte gegen einen Felsen. Der schlimmste Schmerz blieb ihm erspart. Beinir Kalsfjall war auf der Stelle tot.“ Die Färöer standen ganz im Zeichen der Parlamentswahl. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt. Es sah aus, als würden die ‚Grünen Färöer‘ das Zünglein an der Waage werden. Doch der entscheidende Sitz ging nicht an die favorisierte Ronja Róksdóttir, sondern an den 37-jährigen Beinir Kalsfjall, der wiederum alle überraschte und zum siebzehnten Mann gewählt wurde, sozusagen zur Schlüsselstimme in einer konservativen Koalition. Als das neu gewählte Parlamentsmitglied bei einem mysteriösen Verkehrsunfall ums Leben kam, geriet Ronja Róksdóttir schlagartig in eine besondere und schicksalhafte Situation. Die Leute hatten gute Gründe, zu spekulieren und sich zu fragen, welche Rolle sie bei diesem schmutzigen Machtspiel bekleidete. Als die schlafende Stadt an jenem nebeligen Sommermorgen von den unheilverkündenden Sirenen der Rettungs- und Polizeifahrzeuge aufgeweckt wurde, war Ronja längst auf den Beinen und verrichtete ihre tägliche Joggingtour. Sie war frustriert und maßlos enttäuscht. Dem narzisstischen Beinir Kalsfjall, der ihr und der gesamten grünen Ideologie in den Rücken gefallen war, würde sie wohl nie vergeben können. Sie selbst war Opfer einer böswilligen Lüge sowie eines hässlichen politischen Angriffs geworden. Ihre Welt lag in Trümmern, ihr Stolz war befleckt. Ronjas schöner Plan hinsichtlich einer umweltfreundlichen und nachhaltigen färöischen Zukunft war zum Scheitern verurteilt. Aber war es tatsächlich möglich, dass die 39 Jahre alte Ronja Róksdóttir, die mutige und stets gut informierte Journalistin, die auf ihren Strickclubtreffen dem Tod schon mehrfach tief in die Augen geblickt hatte, hinter dieser Schreckenstat stand? Die Leute verdächtigten sie. Sie hatte schließlich ein Motiv. Auch für Birita Suðurnes, die Polizistin, die seit einigen Monaten mit Beinir befreundet war und sogar die letzte Nacht mit dem neuen Kometen am politischen Sternenhimmel verbracht hatte, bestand kein Zweifel: Ronja musste sofort festgenommen und verhört werden. Es gibt viele Schurken in der Politik. Das Leben hinter den Kulissen ist von einer Vielzahl an Gehässigkeiten geprägt. Ein biblisches Zitat besagt, dass der den ersten Stein werfen solle, der ohne Sünde sei. Doch wer war hier der Schuldige? Machtbesessene Menschen, gefährliche Perverslinge, Betrüger und Diebe gibt es überall. Die eigenen Sünden holen einen oft ein, wenn man es am wenigsten erwartet. Doch einen Mörder erkennt man nicht an seinem Gang. ‚Dem einen sein Tod ist dem anderen sein Brot‘, lautet ein gebräuchliches Sprichwort. Die Menschen auf der Straße redeten und stellten bezüglich des Verkehrsunfalls eigene Theorien auf. Das Land wurde von einer politischen Krise erfasst. Würde es nun in der Hand der in Ungnade gefallenen Ronja Róksdóttir liegen, über das Schicksal der rechtsorientierten, christlichen Regierung um Janus Vesturfoss zu entscheiden? Und welche Gegenleistung würde sie fordern, sollte sie ihm ihre kostbare Stimme geben? Ronja war in eine Schlüsselposition geraten, aber solange der Mörder frei herumlief und sie selbst zum Kreis der Verdächtigten zählte, war sie für die färöische Politik ein Vogel mit gebrochenen Flügeln. Und das wussten die alten Füchse, die derzeit das Land regierten. Anita und ihr Mann, der bei der örtlichen Polizei beschäftigte Jákup á Trom, hatten in diesen Tagen genug mit sich selbst zu tun. Sie stand kurz vor der Geburt des dritten Kindes, und er freute sich darauf, sich für eine Weile beurlauben zu lasse
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Taschen Japanese Woodblock Prints A1074810853
Von Edouard Manets Porträt des Schriftstellers Émile Zola, der inmitten seiner japanischen Kunstfunde hockt, bis hin zu Van Goghs akribisch gesammelten Hiroshige-Drucken – Pioniere der europäischen Moderne machten im 19. Jahrhundert kein Geheimnis aus ihrer Liebe zur japanischen Kunst. In all seiner sprudelnden Sinnlichkeit und Freizügigkeit schreibt man den Trend des Japonismus allein dem Holzschnitt zu, der zunächst Frankreich und später ganz Europa in seinen Bann zog – oft missverstandene, "exotische" Artefakte, die der westlichen Kreativität als Inspiration dienten. Tatsache ist, dass der japanische Holzschnitt ein Phänomen darstellt, zu dem es kein westliches Äquivalent gibt. Einige wegweisende Ideen der Moderne – darunter Karl Marx’ Diktum, dass "alles, was fest ist, sich in der Luft auflöst" – wurden im Japan des 17. Jahrhunderts entwickelt und im frühen 19. Jahrhundert erstmals in den Werken von Meistern wie Hokusai, Utamaro und Hiroshige zum Ausdruck gebracht. Dieses Buch lüftet den Schleier dieser beliebten, aber wenig verstandenen Kunstform und präsentiert die 200 außergewöhnlichsten japanischen Holzschnitte in ihrem historischen Kontext. Die hier versammelten Werke reichen von den Anfängen über den Höhepunkt der Entwicklung im Ukiyo-e, den "Bildern der schwebenden Welt", im 17. Jahrhundert bis zum Niedergang und späteren Wiederaufleben der Drucke im frühen 20. Jahrhundert. Dokumentiert wird nicht nur ein einzigartiges Genre der Kunstgeschichte, sondern auch die sich wandelnden Sitten und die kulturelle Entwicklung Japans. Von mystischen Bergen bis hin zu schneebedeckten Pässen, von Samurai-Schwertkämpfern bis hin zu Sexarbeitern in Schaufenstern – dieser Band erkundet jedes Blatt als eigenständiges Kunstwerk und enthüllt die Geschichten und Menschen hinter den Motiven. Wir entdecken die vier Säulen des Holzschnitts – Schönheiten, Schauspieler, Landschaften sowie Vogel- und Blumenkompositionen – neben Darstellungen von Sumo-Ringern, Kabuki-Schauspielern oder Edelkurtisanen – Popstars, welche die "schwebende Welt" bevölkerten und deren wachsende Anhängerschaft die explosive Produktion der Holzschnitte beflügelte. Wir tauchen ein in bedrohlich-obskure Szenen, in denen Dämonen, Geister und Menschenfresser Angst und Schrecken verbreiten und die japanische Mangas, Filme und Videospiele bis heute beeinflussen. Wir erleben, wie technische Meisterschaft und das unfehlbare Auge ihrer Schöpfer diese Werke in ihrer unglaublichen Breite – von Alltagsszenen über Erotik, Kampfkunst bis hin zur Mythologie – vereint und wie Verleger und Künstler mit enormem Einfallsreichtum und Augenzwinkern gleichermaßen darum gekämpft haben, die staatliche Zensur zu umgehen. Die beiden Bände in japanischer Bindung versammeln die Werke der 89 bedeutendsten Künstler, weltweit zusammengetragen aus Museen und Privatsammlungen. Ausklappseiten laden den Leser ein, auch feinste Details zu studieren, während umfangreiche Beschreibungen uns durch diese hektische Zeit der japanischen Kunstgeschichte führen.
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