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Suhrkamp Die Städte − Roman (Ortsumgehung 8) A1062334874
Suhrkamp Die Städte − Roman (Ortsumgehung 8) A1062334874
In der neuen Folge seiner Ortsumgehung nimmt uns Andreas Maier mit auf Reisen. Er zeichnet das Bild der vergangenen Jahrzehnte anhand der Städte und Landschaften, die die Urlaubsrouten einer mobilitätsbesessenen Gesellschaft flankierten. Mal ist er als siebenjähriges Kind mit den Eltern im Auto unterwegs zur verhassten Ferienwohnung in Brixen, mal trampt er als Sechzehnjähriger nach Südfrankreich und hört sich Nacktbusendiskurse am Strand an. Im Piemont klappt ein Selbstmord ganz und gar nicht, und schließlich, als der Billigfliegertourismus massenhaft über uns hereinbricht, fährt er lieber nach Weimar und sieht dort zu seiner Überraschung die neuen Rechten über den Frauenplan marschieren. »Ach, vergeblich das Fahren!«, dichtete einstmals Gottfried Benn. Die Vergeblichkeit seines und womöglich unser aller Fahrens und Reisens schildert Andreas Maier in seiner ihm eigenen raffinierten und wie immer hochkomischen Art. Dabei gelingt ihm mit zauberhafter Leichtigkeit ein Gesellschaftsporträt über drei Jahrzehnte hinweg. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung. Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Neisse Verlag Faunische Bilderfluchten A1064439970
Neisse Verlag Faunische Bilderfluchten A1064439970
Diese Arbeit [… ]stellt zunächst Betrachtungsweisen der seit den 1990er-Jahren entstandenen Bildwissenschaft vor, die auch die Literaturwissenschaft nach dem »pictural turn« zu einer Erweiterung ihres Bildbegriffs angeregt haben. Der Begriff vom ›pictural‹ oder ›visual‹ turn geht auf den amerikanischen Kunsthistoriker W. J. T. Mitchell zurück, der das Zusammenspiel des Sichtbaren und des Sagbaren in allen kulturellen Bereichen, von der Literatur über die bildende Kunst bis zu den Massenmedien, untersucht hat. Es geht dieser Arbeit auch um die »Übersetzung« von Bildsujets und deren Funktion als Bildspender in verbale Beschreibungen oder szenische Auflösungen des Dargestellten. Die Literaturwissenschaftlerin Veronika Darian hatte in ihrer Monografie Das Theater der Bildbeschreibung. Sprache, Macht und Bild in Zeiten der Souveränität am Beispiel von Diego Velázquez’ Gemälde Las Meninas neueste Forschungen der Kunstgeschichte vorgestellt und ging von der These aus, dass Rückgriffe auf das komplementäre Medium der bildenden Kunst immer dann erfolgen, wenn erkannt werde, »dass diesem Anderen die Fähigkeiten und Energien innewohnen, die im eigenen Vermögen vermisst werden«. Die vorliegende Arbeit kommt am Beispiel von Schmidts Kurzroman zu ähnlichen, wenn auch anders akzentuierten Ergebnissen: Bilderfahrungen sind geradezu konstitutiv für die Romane Schmidts, und Gemälde geben dabei mehr als einen erzählerischen Rahmen ab. Im Spätwerk werden text-visuelle Techniken einer Schriftbildlichkeit zunehmend wichtiger für sein Schreiben, auch darauf wird ein Blick geworfen. Einer anderen Implikation Darians kann hier ebenfalls nur teilweise gefolgt werden, die Bildbeschreibung überforme das beschriebene Gemälde, sie begebe sich mit ihren eigenen Intentionen an seine Stelle. Auch hier wird die Arbeit mit Blick auf das Schmidt’sche Schreibprogramm zu anderslautenden Ergebnissen gelangen. Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit bildet der Bezug zum Otto-Mueller-Komplex im Werk Schmidts, angestoßen von dem imaginären Besuch seines Protagonisten Heinrich Düring in der Hamburger Kunsthalle und seiner Begegnung mit dem Gemälde Mädchen im Grünen des früheren Brücke-Malers Otto Mueller (1874–1930). Schon im Frühwerk Schmidts haben sich die Grenzen von Bildkunst und Literatur verflüssigt und die vielgestaltigen Beziehungen beider Kunstrichtungen sichtbar werden lassen. Dies rechtfertigt den komparativen Ansatz dieser Studie. Nicht verschwiegen werden soll, dass bei der Relektüre des Kurzromans von Arno Schmidt auch meine Begeisterung für diesen in jeder Hinsicht besonderen Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, der im künstlerischen Expressionismus eine Sonderstellung einnimmt, vertieft wurde. Ulrich Klappstein
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Suhrkamp Die Heimat − Roman (Ortsumgehung 9) A1069998625
Suhrkamp Die Heimat − Roman (Ortsumgehung 9) A1069998625
Anfang der siebziger Jahre wirkt der einzige Italiener an der Schule wie ein außerirdisches Wesen. In den Achtzigern sind es die Türken, die zum ersten Mal die Tische vor die Wirtschaft stellen. Während die Wetterauer den ersten Döner im Landkreis als Widerstandsnahrung feiern, erobert der lange verschwundene Hitler den öffentlichen Raum in Funk und Fernsehen. In den Neunzigern träumt der Erzähler seinen großen Traum vom Wetterauer Land, verschwindet allerdings erst mal mit seiner Cousine unter einer Bettdecke am Ostrand der neuen Republik, während im Ort immerhin der Grundriss der 1938 niedergebrannten Synagoge wiederhergestellt wird. Aber noch im neuen Jahrtausend will niemand vom früheren Leben in der konkreten Heimat wissen, als es die noch gab, die es seit ihrer Deportation nicht mehr gab. Mit untrüglichem Gespür für alles Abgründige erzählt Andreas Maier davon, wie es sich die Menschen gemütlich machen in vierzig Jahren Geschichte. Unbestechlich ist sein Blick auf eine Heimat, die seit jeher Fiktion ist. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung. Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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GRIN Es lebe die Einsamkeit! A1021207355
GRIN Es lebe die Einsamkeit! A1021207355
Masterarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2, Karl-Franzens-Universität Graz (Germanistik), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Masterarbeit behandelt Arno Schmidts Schwarze Spiegel (1951), Marlen Haushofers Die Wand (1963), Herbert Rosendorfers Großes Solo für Anton (1976), Yorck Kronenbergs Welt unter (2002), Thomas Glavinics Die Arbeit der Nacht (2006) und Jürgen Domians Der Tag, an dem die Sonne verschwand (2008). Die untersuchten Texte werden dem Feld der postapokalyptischen Literatur zugeordnet und bedienen sich dem Motiv der Robinsonade. Das Alleinsein der Figuren kann unterschiedliche Formen annehmen, beglückend oder zerstörend wirken. Beachtenswert sind hierbei die Erzählhaltungen und Stilmittel, welche die Autoren gebrauchen. Forschungsergebnisse zur Einsamkeitsthematik bilden die theoretischen Grundlagen, die (negative) Einsamkeit und das (positive) Alleinsein sowie die Unterscheidung dieser beiden Zustände voneinander sind die Kernthemen. Das Ziel der vergleichenden Analyse ist es, die Darstellungen der Art des Alleinseins, der Funktion des Alleinseins für den Text und die Figur sowie der (Nicht-)Auswege aus der (sozialen) Isolation zu beschreiben. Welche Handlungsweisen können ein Verlassenheitsempfinden verstärken (oder erst dazu führen), welche vermögen es, dasselbe zu verringern? Bei den analysierten Einsamkeitsdarstellungen handelt es sich immer um Ergebnisse von Dichtung und Fiktion, diese Texte zielen nicht darauf ab, wissenschaftlich verifizierbare und objektivierbare Aussagen zu liefern. Inwieweit praktische Lösungsansätze aus literarischen Texten gewonnen werden können, bleibt ungewiss, und es ist jedenfalls darauf hinzuweisen, dass alle beschriebenen Tätigkeiten der literarischen Figuren nur partiell Versuche darstellen, der Einsamkeit bzw. dem negativen Alleinsein zu entkommen.
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Neisse Verlag Die Insel Felsenburg A1066863306
Neisse Verlag Die Insel Felsenburg A1066863306
Fünf Jahre bevor Ludwig Tieck (1773–1853) der „Insel Felsenburg“, einem der meistgelesenen deutschen Romane des 18. Jahrhunderts, mit seiner gestrafften und sprachlich bearbeiteten Neuausgabe erneute Aufmerksamkeit eröffnete, trat der pommersche Schriftsteller Karl Lappe – geboren 1773 in Wusterhusen bei Greifswald, gestorben 1843 in Stralsund – im Jahr 1823 mit einer stark gekürzten und überarbeiteten Fassung des Werkes an die Öffentlichkeit, die ausdrücklich für junge Leser gedacht war. Die der Neuausgabe (2015, Paperback) im Neisse Verlag zugrundeliegende Erstausgabe von 1823, bei Heinrich Haubenstricker in Nürnberg, ist eine bibliophile Rarität. In keiner öffentlichen Bibliothek in Deutschland ist dieses Buch nachweisbar. Im Jahr des 250. Geburtstages und 180. Todestages von Karl Lappe, 200 Jahre nach der Erstausgabe, erscheint das Werk nunmehr im großformatigen Festeinband. Karl Lappe, ein Schüler des Rügener Pfarrers und Dichters Ludwig Gotthard Kosegarten (1758–1818) und Freund Ernst Moritz Arndts (1769–1860), war bereits mit mehreren Gedichtbänden sowie dem Reisebuch „Mitgabe nach Rügen“ als Schriftsteller hervorgetreten, als er die „Insel Felsenburg“ neu erzählte. Wie später auch Ludwig Tieck, verschwieg er deren Verfasser, der sein Werk zwischen 1731 und 1743 in vier Bänden in Nordhausen veröffentlicht hatte, unter dem Titel: „Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, absonderlich Alberti Julii, eines gebohrnen Sachsens, Welcher in seinem 18den Jahre zu Schiffe gegangen, durch Schiff-Bruch selb 4te an eine grausame Klippe geworffen worden, nach deren Übersteigung das schönste Land entdeckt, sich daselbst mit seiner Gefährtin verheyrathet, aus solcher Ehe eine Familie mit mehr als 300 Seelen erzeuget, das Land vortrefflich angebauet, durch besondere Zufälle erstaunens-würdige Schätze gesammlet, seine in Teutschland ausgekundschafften Freunde glücklich gemacht, am Ende des 1728sten Jahres, als in seinem Hunderten Jahre, annoch frisch und gesund gelebt, und vermuthlich noch zu dato lebt, entworffen Von dessen Bruders-Sohnes-Sohnes-Sohne, Mons. Eberhard Julio, Curieusen Lesern aber zum vermuthlichen Gemüths-Vergnügen ausgefertiget, auch par Commission dem Drucke übergeben Von Gisandern.“ Bereits seit 1812 war bekannt, daß sich unter dem Pseudonym Gisander der gräfliche Kammersekretär und Hofbalbier Johann Gottfried Schnabel in Stolberg am Harz verbirgt. Dieser war in dem Fachwerkstädtchen auch Herausgeber der Zeitung „Stolbergische Sammlung Neuer und Merckwürdiger Welt-Geschichte“ Lappe kürzte das 2500-Seiten-Werk auf 172 Druckseiten im Taschenbuchformat zusammen, dabei eliminierte er alles, was er für nicht für jugendfrei hielt („den allgemein gültigen Ton … treffen“) sowie die bisweilen beißende Gesellschaftskritik Schnabels. Geblieben ist eine noch immer spannend erzählte Robinsonade und Auswandererutopie, die Lust auf das damals weithin vergessene und unerreichbare Originalwerk geweckt und vielleicht auch den baldigen Erfolg Tiecks vorbereitet haben dürfte. Arno Schmidt hat Schnabels „Insel Felsenburg“ zuerst anhand der Tieck-Ausgabe von 1828 neu entdeckt und als eines der wichtigsten Werke der deutschen Literatur gewürdigt. Diese Neuausgabe der Lappeschen Nacherzählung, von der Arno Schmidt übrigens wußte, in der Edition Gellen des Neisse Verlages versteht sich als literarische Denkmalpflege und soll – nicht anders als die Erstausgabe 1823 – einmal mehr Lust wecken auf die gesamten Schätze der Insel Felsenburg.
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Suhrkamp Die Universität − Roman (Ortsumgehung 6) A1056565476
Suhrkamp Die Universität − Roman (Ortsumgehung 6) A1056565476
Frankfurt, die Universität, 1988, 1989. Damals noch ein ganz anderes Studium, Magister, eigentlich völlige Freiheit in allem. Das Betätigungsfeld erstreckt sich vom Biertrinken im »Doctor Flotte« bis hin zu Seminaren über Wahrheitstheorie, die den Studenten der Philosophie schon innerhalb eines Semesters zu Arztbesuchen treiben. Es droht ein völliger Verlust der eigenen Person, und auch die Zeiten geraten durcheinander: Auf der Suche nach einer Studentenbude stößt der Protagonist auf eine Abbildung im Erotikmagazin, auf der er eine alte Liebe aus dem Jahr 1983 wiederzuerkennen glaubt. Aus seiner Matratzengruft rettet ihn ausgerechnet ein Pflegefall: Gretel Adorno, die Witwe des Philosophen, bei der er durch seinen Studentenjob Dienst tut. Die Universität ist ein Roman über die Möglichkeit, überhaupt von so etwas wie »Ich« oder »Person« zu sprechen. Es ist jener Zustand Anfang zwanzig, in dem wir zwar noch im Rollenspiel der Jugend verhaftet sind, zugleich aber längst begriffen haben, dass es irgendwo anders hingehen muss. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung . Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis , bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung -Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Suhrkamp Der Teufel − Roman (Ortsumgehung 10) A1073250416
Suhrkamp Der Teufel − Roman (Ortsumgehung 10) A1073250416
Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau … Willkommen in der Welt der Guten und der Bösen! Wir schreiben die siebziger und achtziger Jahre, die Zeit des Blauen Bocks: Onkel J. sitzt vor den Nachrichten und versteht auf paradiesische Weise nichts, derweil seine geliebte Mutter während des schier endlosen ersten Golfkriegs älter und älter wird. Mittendrin hat Andreas seinen ersten linksutopisch unterfütterten Sex bei Räucherkerzenduft, und zu Besuch kommt das Tante Lenchen, das die DDR unverdrossen für das bessere System hält. Nicht zu vergessen Saddam Hussein: Eben noch im Kampf gegen dämonische Regime unterstützt, dann plötzlich selbst zum Teufel geworden. Wie konstruiert man das: Gut und Böse? Und aus was genau besteht eigentlich jugoslawisches Hackfleisch?Wie wir untergehen im täglichen Meinungswettstreit, wie wir einem Überblick ständig ferngehalten werden, wie wir diesen Überblick vielleicht sowieso nie bekommen können, davon handelt Der Teufel, Andreas Maiers neuer, abgründiger, maliziös-witziger Roman.Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung.Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium.Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Ebooknews press-Verlag Bis zum absoluten Nullpunkt des Seins A1044827104
Ebooknews press-Verlag Bis zum absoluten Nullpunkt des Seins A1044827104
Es war einmal im 24. Jahrhundert: Auch Science-Fiction wird in der Vergangenheitsform erzählt. Die hier versammelten Sci-Fi-Kurzgeschichten (sowie zwei Essays) von Kurd Laßwitz (1848 – 1910) sind sogar im doppelten Sinne vergangene Zukunft, denn sie wurden vor mehr als hundert Jahren niedergeschrieben. Laßwitz wurde schon als „deutscher Jules Verne“, ja sogar als „Vater der deutschen Science-Fiction“ bezeichnet – im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Jules Verne oder H.G. Wells ist er jedoch ein vergessener Genre-Pionier. Denn den meisten ist gar nicht bewusst, dass die wissenschaftliche Phantastik made in Germany nicht erst mit Hans Dominik begann, sondern schon 50 Jahre früher. Der promovierte Physiker, Gothaer Gymnasiallehrer und Feierabend-Romancier Laßwitz war Traditionsstifter und Trendsetzer zugleich. So erschien sein Mars-Attacks-Szenario „Auf zwei Planeten“ ein Jahr vor dem bis heute populären Wells’schen Spektakel „Krieg der Welten“ („War of the Worlds“). Tatsächlich hat Laßwitz nicht nur viele spätere Schriftsteller-Kollegen nachhaltig beeinflusst, allen voran etwa Georg Heym und Arno Schmidt. Dass Weltraumpioniere wie Eugen Sänger oder Wernher von Braun seit den 1920er Jahren erste Versuche mit ballistischen Raketen anstellten, darf man ebenfalls als Teil der frühen Laßwitz-Rezeptionsgeschichte interpretieren. Heutzutage würde man die technisch wie auch gesellschaftlich durchdachten Instrumente der Laßwitz’schen „modernen Märchen“ bzw. „Bilder aus der Zukunft“ als „Hard Science Fiction“ bezeichnen, wenn nicht sogar als „Science Fiction Prototyping“. Ob neuartige‚ unmögliche‘ Materialien („Stellit“), bildgebende Verfahren zum Sichtbarmachen von Gedanken, Anti-Gravitation, Geist wie Materie bezwingende Psi-Kräfte oder die tiefgreifende Manipulation des Raum-Zeit-Kontinuums, um mit Überlicht-Geschwindigkeit den gekrümmten (!) Raum zu durchdringen: noch der heutige Leser ist verblüfft über die Modernität vieler Konzepte.
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Rowohlt Berlin Die Jahre die ihr kennt, Belletristik von Peter Rühmkorf
Rowohlt Berlin Die Jahre die ihr kennt, Belletristik von Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf wurde am 25.10.1929 in Dortmund geboren. Er studierte von 1951 bis 1958 Germanistik und Psychologie in Hamburg und schrieb ab 1953 unter Pseudonym für den „Studentenkurier“ (später „Konkret“) die Kolumne „Lyrikschlachthof“. Von 1958 bis 1963 war er Verlagslektor, 1964/65 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. 1969/70 hielt er Gastvorlesungen in den USA und war 1985/86 Gastdozent an der Universität Paderborn. Er war freier Schriftsteller. 1979 erhielt er den Erich-Kästner-Preis, 1980 den Bremer Literaturpreis, 1986 den Arno Schmidt-Preis und 1987 war er documenta-Schreiber in Kassel. Rühmkorf war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR und erhielt 1988 den Heinrich-Heine-Preis (DDR). 1989 wurde er Ehrendoktor der Universität Giessen und 1993 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Sein erster Gedichtband „Irdisches Vergnügen in g“ lässt bereits die Virtuosität seiner Wortkunst erkennen: Er parodiert und persifliert vorgegebene Gedichtformen, kombiniert sogenannte Hochsprache mit Slang und saloppem Umgangsdeutsch, reisst Wörter aus dem gewöhnlichen Kontext und stellt sie in neue Zusammenhänge. Das Raffinement von Rühmkorfs Verssprache ist von keinem seiner Zeitgenossen bisher erreicht worden. Was die Publikationsform seiner Werke angeht, bevorzugt Rühmkorf eine Mischform: Seinen Gedichtbänden gibt er Essays bei, die fast immer das Handwerk des Dichters reflektieren. „Walther von der Vogelweide“, „Klopstock und ich“ sowie „Strömungslehre I“ enthalten wechselseitig sich spiegelnde Gespräche, Briefe, Aufsätze über Dichtkunst, insbesondere über die Modalitäten der zeitgenössischen Schriftstellerexistenz, dazu eigene Gedichte und im ersten Band auch Gedichte Walthers von der Vogelweide in der Übertragung von Rühmkorf. „Die Jahre die Ihr kennt“ kombiniert autobiographische Reminiszenzen des Autors mit eigenen Rezensionen, politischen Pamphleten und eigenen Gedichten. Seit 1999 erscheint eine Ausgabe seiner Werke. Peter Rühmkorf verstarb am 8. Juni 2008.
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Schöffling & Co. »Ich habe meine Skepsis, meine Kenntnisse und mein Gewissen.«, Belletristik von Walter Boehlich
Schöffling & Co. »Ich habe meine Skepsis, meine Kenntnisse und mein Gewissen.«, Belletristik von Walter Boehlich
Der Philologe, Kritiker, Übersetzer aus sechs Sprachen, Lektor und Publizist Walter Boehlich war ein einzigartiger Vermittler von Literatur. Als Intellektueller rettete er das literarische Erbe über die Brüche des 20. Jahrhunderts hinweg und öffnete es für eine kritische Neuinterpretation. Neben dieser Lebensleistung hinterlässt Walter Boehlich, von 1957 bis 1968 Cheflektor des Suhrkamp Verlags, eine enorme Korrespondenz, die 1944 mit einem Brief an seine nach Theresienstadt deportierte Mutter einsetzt und erst 2000 abbricht. In seinen Briefen an Autorinnen und Autoren, Redaktionen und Verlage manifestiert Boehlich eine Haltung, in der Sprach- und Literaturkritik untrennbar mit Gesellschaftskritik einhergehen. Philologische Gewissenhaftigkeit und moralische Verantwortung gehörten für ihn zusammen. Gleichzeitig sind seine Briefe stilistisch geschliffen, voller Witz und sprühendem Geist: Ihre Lektüre ist anhaltender Genuss. Zu Boehlichs 100. Geburtstag erscheint eine von Christoph Kapp und Wolfgang Schopf kommentierte, üppig bebilderte Auswahl seiner Briefe: Theodor W. Adorno, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Samuel Beckett, Gottfried Benn, Ernst Bloch, Paul Celan, Ernst Robert Curtius, Hilde Domin, Hans Magnus Enzensberger, Erich Fried, Max Frisch, Jürgen Habermas, Wolfgang Hildesheimer, Walter Höllerer, Uwe Johnson, Henry Kissinger, Wolfgang Koeppen, Siegfried Kracauer, Ruth Landshoff, Herbert Marcuse, Fritz J. Raddatz, Frank Schirrmacher, Arno Schmidt, Gershom Scholem, Peter Suhrkamp, Peter Szondi, Peter Urban, Siegfried Unseld, Katharina Wagenbach, Martin Walser, Helene Weigel, Peter Weiss. Ein Reprint des Kursbogens „Autodafé“ der Literaturzeitschrift Kursbuch Nummer 15 liegt als gefalztes Plakat bei.
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Filmjuwelen (Alive AG) Der Apfel ist ab - Die alte Geschichte von Adam und Eva - filmjuwelen A1038740486
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s/w In der unmittelbaren Nachkriegszeit liegt Deutschland noch in Trümmern. Für den Apfelsaftfabrikanten Adam Schmidt (Bobby Todd) läuft die Produktion allmählich wieder ganz gut an. Aber er hat private Sorgen, denn er kann und will sich nicht entscheiden zwischen seiner Geliebten Eva (Bettina Moissi) und seiner Ehefrau Lilly (Joana Maria Gorvin), die ihrerseits ein Verhältnis mit Schmidts Steuerberater Dr.Lutz (Arno Assmann) unterhält. Von seinem treuen Dackel begleitet, verlässt Schmidt die Firma, um sich umzubringen. Beide Versuche gelingen nicht, doch scheint sich ihm ein Ausweg zu eröffnen, als sein Blick auf das Plakat der Kurstätte von Professor Petri (Helmut Käutner) fällt. Der Arzt will Schmidt mit Illusionen kurieren, aber der Patient bricht die Kur vorschnell ab. Während er auf die erste Straßenbahn am Morgen wartet, fällt er in tiefen Schlaf und träumt die Geschichte vom Paradies, in der sich nur allzu bekannte Personen aus seinem tatsächlichen Leben ein Stelldichein geben…
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Frölich und Kaufmann Der Teufel - Roman (Ortsumgehung 10): Das Buch zum untergegangenen Leitmedium Fernsehen. 7356908
Frölich und Kaufmann Der Teufel - Roman (Ortsumgehung 10): Das Buch zum untergegangenen Leitmedium Fernsehen. 7356908
Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau ... Willkommen in der Welt der Guten und der Bösen! Wir schreiben die siebziger und achtziger Jahre, die Zeit des Blauen Bocks: Onkel J. sitzt vor den Nachrichten und versteht auf paradiesische Weise nichts, derweil seine geliebte Mutter während des schier endlosen ersten Golfkriegs älter und älter wird. Mittendrin hat Andreas seinen ersten linksutopisch unterfütterten Sex bei Räucherkerzenduft, und zu Besuch kommt das Tante Lenchen, das die DDR unverdrossen für das bessere System hält. Nicht zu vergessen Saddam Hussein: Eben noch im Kampf gegen dämonische Regime unterstützt, dann plötzlich selbst zum Teufel geworden. Wie konstruiert man das: Gut und Böse? Und aus was genau besteht eigentlich jugoslawisches Hackfleisch? Wie wir untergehen im täglichen Meinungswettstreit, wie wir einem Überblick ständig ferngehalten werden, wie wir diesen Überblick vielleicht sowieso nie bekommen können, davon handelt Der Teufel, Andreas Maiers neuer, abgründiger, maliziös-witziger Roman. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung.Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium.Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Wallstein Verlag Die Jahre der wahren Empfindung A1059738161
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Helmut Böttiger zeichnet ein differenziertes, bunt schillerndes Bild der politischen, kulturellen und literarischen Prozesse dieses Jahrzehnts zwischen Aufbruch und Desillusionierung. Die 70er Jahre waren ganz anders. Gerade die Parole vom »Tod der Literatur«, die mit der Nummer 15 des »Kursbuchs« 1968 verbunden wurde, löste eine nach allen Seiten hin wuchernde und wilde Blütezeit der Literatur aus! Überall wurden kleine alternative Literaturzeitschriften, Verlage und Buchhandlungen gegründet, für die Hoch- und Subkultur keine Gegensätze mehr waren. Eine neue Generation begann nach unterdrückten Gefühlen, nach Freiräumen für die eigene Subjektivität zu suchen. Peter Schneiders Erzählung »Lenz« wirkte wie ein Fanal. Rolf Dieter Brinkmann, Nicolas Born oder Jürgen Theobaldy, beeinflusst von der angloamerikanischen Beat-Generation, standen für eine Lyrik, die die Grauzonen des deutschen Alltags mit grellen Farben aufmischte. Der durch die Revolte mitinitiierte Feminismus hatte mit Verena Stefans »Häutungen« oder Karin Strucks »Klassenliebe« erste Bestseller, gleich mehrere Autoren wandten sich den Prägungen durch ihre Naziväter zu, und mit Wilhelm Genazino und Eckhard Henscheid ergaben sich erste charakteristische Durchdringungen von Tragik und Komik. In denselben Jahren entstanden mit den großen Büchern von Uwe Johnson, Peter Handke, Peter Weiss, Ingeborg Bachmann oder Arno Schmidt Monumente eines Bewusstseins nach der Moderne. Zeitgleich mit dem optimistischen Lebensgefühl der Willy-Brandt-Jahre der Bundesrepublik erlebte auch die DDR die Zeit ihrer größten Lockerungen - an Beispielen von Christa Wolf, Franz Fühmann und anderen werden die Widersprüche deutlich -, bis die Biermann-Ausbürgerung ihnen 1976 ein Ende setzte. Und ebenso wirft Böttiger Seitenblicke in die Schweiz zu Fritz Zorn und Hermann Burger und nach Österreich, wo er die Selbstüberbietungsprosa eines Thomas Bernhard als ein zentrales Ergebnis der siebziger Jahre sieht.
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Wallstein Die Jahre der wahren Empfindung, Fachbücher von Helmut Böttiger
Wallstein Die Jahre der wahren Empfindung, Fachbücher von Helmut Böttiger
Helmut Böttiger zeichnet ein differenziertes, bunt schillerndes Bild der politischen, kulturellen und literarischen Prozesse dieses Jahrzehnts zwischen Aufbruch und Desillusionierung. Die 70er Jahre waren ganz anders. Gerade die Parole vom „Tod der Literatur“, die mit der Nummer 15 des „Kursbuchs“ 1968 verbunden wurde, löste eine nach allen Seiten hin wuchernde und wilde Blütezeit der Literatur aus. Überall wurden kleine alternative Literaturzeitschriften, Verlage und Buchhandlungen gegründet, für die Hoch- und Subkultur keine Gegensätze mehr waren. Eine neue Generation begann nach unterdrückten Gefühlen, nach Freiräumen für die eigene Subjektivität zu suchen. Peter Schneiders Erzählung „Lenz“ wirkte wie ein Fanal. Rolf Dieter Brinkmann, Nicolas Born oder Jürgen Theobaldy, beeinflusst von der angloamerikanischen Beat-Generation, standen für eine Lyrik, die die Grauzonen des deutschen Alltags mit grellen Farben aufmischte. Der durch die Revolte mitinitiierte Feminismus hatte mit Verena Stefans „Häutungen“ oder Karin Strucks „Klassenliebe“ erste Bestseller, gleich mehrere Autoren wandten sich den Prägungen durch ihre Naziväter zu, und mit Wilhelm Genazino und Eckhard Henscheid ergaben sich erste charakteristische Durchdringungen von Tragik und Komik. In denselben Jahren entstanden mit den grossen Büchern von Uwe Johnson, Peter Handke, Peter Weiss, Ingeborg Bachmann oder Arno Schmidt Monumente eines Bewusstseins nach der Moderne. Zeitgleich mit dem optimistischen Lebensgefühl der Willy-Brandt-Jahre der Bundesrepublik erlebte auch die DDR die Zeit ihrer grössten Lockerungen - an Beispielen von Christa Wolf, Franz Fühmann und anderen werden die Widersprüche deutlich - bis die Biermann-Ausbürgerung ihnen 1976 ein Ende setzte. Und ebenso wirft Böttiger Seitenblicke in die Schweiz zu Fritz Zorn und Hermann Burger und nach Österreich, wo er die Selbstüberbietungsprosa eines Thomas Bernhard als ein zentrales Ergebnis der siebziger Jahre sieht.
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Rowohlt Verlag Wenn - aber dann, Belletristik von Peter Rühmkorf
Rowohlt Verlag Wenn - aber dann, Belletristik von Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf wurde am 25.10.1929 in Dortmund geboren. Er studierte von 1951 bis 1958 Germanistik und Psychologie in Hamburg und schrieb ab 1953 unter Pseudonym für den „Studentenkurier“ (später „Konkret“) die Kolumne „Lyrikschlachthof“. Von 1958 bis 1963 war er Verlagslektor, 1964/65 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. 1969/70 hielt er Gastvorlesungen in den USA und war 1985/86 Gastdozent an der Universität Paderborn. Er war freier Schriftsteller. 1979 erhielt er den Erich-Kästner-Preis, 1980 den Bremer Literaturpreis, 1986 den Arno Schmidt-Preis und 1987 wurde er documenta-Schreiber in Kassel. Rühmkorf war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR und erhielt 1988 den Heinrich-Heine-Preis (DDR). 1989 wurde er Ehrendoktor der Universität Giessen und 1993 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Sein erster Gedichtband „Irdisches Vergnügen in g“ lässt bereits die Virtuosität seiner Wortkunst erkennen: Er parodiert und persifliert vorgegebene Gedichtformen, kombiniert Hochsprache mit Slang und saloppem Umgangsdeutsch, reisst Wörter aus dem gewöhnlichen Kontext und stellt sie in neue Zusammenhänge. Das Raffinement von Rühmkorfs Verssprache ist von keinem seiner Zeitgenossen bisher erreicht worden. Was die Publikationsform seiner Werke angeht, bevorzugt Rühmkorf eine Mischform: Seinen Gedichtbänden gibt er Essays bei, die fast immer das Handwerk des Dichters reflektieren. „Walther von der Vogelweide“, „Klopstock und ich“ sowie „Strömungslehre I“ enthalten wechselseitig sich spiegelnde Gespräche, Briefe, Aufsätze über Dichtkunst, insbesondere über die Modalitäten der zeitgenössischen Schriftstellerexistenz, dazu eigene Gedichte und im ersten Band auch Gedichte Walthers von der Vogelweide in der Übertragung von Rühmkorf. „Die Jahre die Ihr kennt“ kombiniert autobiographische Reminiszenzen des Autors mit eigenen Rezensionen, politischen Pamphleten und eigenen Gedichten. Seit 1999 erscheint eine Ausgabe seiner Werke. Peter Rühmkorf verstarb am 8. Juni 2008.
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Suhrkamp Die Universität − Roman (Ortsumgehung 6) A1046917045
Suhrkamp Die Universität − Roman (Ortsumgehung 6) A1046917045
Frankfurt, die Universität, 1988, 1989. Damals noch ein ganz anderes Studium, Magister, eigentlich völlige Freiheit in allem. Das Betätigungsfeld erstreckt sich vom Biertrinken im „Doctor Flotte“ bis hin zu Seminaren über Wahrheitstheorie, die den Studenten der Philosophie schon innerhalb eines Semesters zu Arztbesuchen treiben. Es droht ein völliger Verlust der eigenen Person, und auch die Zeiten geraten durcheinander: Auf der Suche nach einer Studentenbude stößt der Protagonist auf ein Erotikmagazin, in dem er eine alte Liebe aus dem Jahr 1983 wiederzuerkennen glaubt. Aus seiner Matratzengruft, in der er sich verzweifelt-lethargisch einrichtet, rettet ihn ausgerechnet ein Pflegefall: Gretel Adorno, die uralte Witwe des Philosophen, bei der er durch seinen Studentenjob Dienst tut. Er läßt sich von ihr zerkratzen und beschimpfen, aber eigentlich versteht er sich mit ihr besser als mit seiner ganzen Umwelt. Die Universität ist ein Roman über die Möglichkeit, überhaupt von so etwas wie „Ich“ oder „Person“ zu sprechen. Es ist jener Zustand Anfang zwanzig, in dem wir zwar noch im Rollenspiel der Jugend verhaftet sind, zugleich aber längst begriffen haben, daß es irgendwo anders hingehen muß. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung . Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis , bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung -Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Tabu Litu Verlag Nicht mit uns: Die Bücherrevolte A1079879797
Tabu Litu Verlag Nicht mit uns: Die Bücherrevolte A1079879797
Was wäre, wenn die Bücher sich uns verweigerten, wenn sie nur leere Seiten hätten? Dieser Frage geht Klaus-Dieter Regenbrecht in seiner jüngsten Publikation nach. Er sieht die Menschheit mit der Künstlichen Intelligenz und dem Autonomen Fahren an einer ähnlichen Schwelle wie vor 500 Jahren mit Gutenbergs beweglichen Lettern und der See-Navigation des Columbus.Durch die ungewöhnliche Kombination von Essay und Protokoll, Lese- und Handbuch werden die sehr unterschiedlichen Aspekte der Produktion und Rezeption von Literatur erörtert. Ihre Entstehung also, auch unter Einbeziehung von KI, und der Umgang mit ihr durch die Leserschaft, die Kritik und die Wissenschaft. Auch neuere Entwicklungen von Buchblogs und Influencerinnen werden thematisiert. Der Autor greift neben vielen aktuellen dabei auch auf Textbeispiele von Franz Kafka und Uwe Johnson, von Ernest Hemingway und Thomas Pynchon und vielen anderen zurück aus den Bereichen der erzählenden und lyrischen Literatur. Als Kontrast und zur Veranschaulichung zu den vielen gelungenen verweist Regenbrecht auch auf Beispiele für misslungene Texte. Ein Höhepunkt ist sicher die Auseinandersetzung mit Passagen aus „Zettel's Traum“ (Arno Schmidt), ihrer gewissermaßen analogen Hypertext-Qualität, und solchen aus „Finnegans Wake“ (James Joyce), die für jegliche Form der Intelligenz eine Herausforderung darstellen. Es entsteht so ein umfassendes Bild dessen, was Schreiben als Kunstform unverwechselbar macht und auszeichnet. „Nicht mit uns: Die Bücherrevolte“ kann sehr gut als Einstieg in ein Literaturstudium genutzt werden; Regenbrecht verzichtet in seiner Abhandlung aber auf eine allzu wissenschaftliche Nomenklatur, so dass das Buch von allen an Literatur Interessierten mit Gewinn gelesen werden kann.Klaus-Dieter Regenbrecht, literatur- und sprachwissenschaftlich an den Universitäten Tübingen und Bonn ausgebildet, hat in vierzig Jahren über dreißig belletristische und wissenschaftliche Titel veröffentlicht. Viele Jahre war er zudem als Dozent im Kreativen Schreiben tätig und hat seinen eigenen Verlag. Er kennt also den Literaturbetrieb aus verschiedenen Perspektiven.
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Rowohlt Berlin Schachtelhalme, Belletristik von Peter Rühmkorf, Hartmut Steinecke
Rowohlt Berlin Schachtelhalme, Belletristik von Peter Rühmkorf, Hartmut Steinecke
Peter Rühmkorf wurde am 25.10.1929 in Dortmund geboren. Er studierte von 1951 bis 1958 Germanistik und Psychologie in Hamburg und schrieb ab 1953 unter Pseudonym für den „Studentenkurier“ (später „Konkret“) die Kolumne „Lyrikschlachthof“. Von 1958 bis 1963 war er Verlagslektor, 1964/65 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. 1969/70 hielt er Gastvorlesungen in den USA und war 1985/86 Gastdozent an der Universität Paderborn. Er war freier Schriftsteller. 1979 erhielt er den Erich-Kästner-Preis, 1980 den Bremer Literaturpreis, 1986 den Arno Schmidt-Preis und 1987 war er documenta-Schreiber in Kassel. Rühmkorf war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR und erhielt 1988 den Heinrich-Heine-Preis (DDR). 1989 wurde er Ehrendoktor der Universität Giessen und 1993 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Sein erster Gedichtband „Irdisches Vergnügen in g“ lässt bereits die Virtuosität seiner Wortkunst erkennen: Er parodiert und persifliert vorgegebene Gedichtformen, kombiniert Hochsprache mit Slang und saloppem Umgangsdeutsch, reisst Wörter aus dem gewöhnlichen Kontext und stellt sie in neue Zusammenhänge. Das Raffinement von Rühmkorfs Verssprache ist von keinem seiner Zeitgenossen bisher erreicht worden. Was die Publikationsform seiner Werke angeht, bevorzugt Rühmkorf eine Mischform: Seinen Gedichtbänden gibt er Essays bei, die fast immer das Handwerk des Dichters reflektieren. „Walther von der Vogelweide“, „Klopstock und ich“ sowie „Strömungslehre I“ enthalten wechselseitig sich spiegelnde Gespräche, Briefe, Aufsätze über Dichtkunst, insbesondere über die Modalitäten der zeitgenössischen Schriftstellerexistenz, dazu eigene Gedichte und im ersten Band auch Gedichte Walthers von der Vogelweide in der Übertragung von Rühmkorf. „Die Jahre die Ihr kennt“ kombiniert autobiographische Reminiszenzen des Autors mit eigenen Rezensionen, politischen Pamphleten und eigenen Gedichten. Seit 1999 erscheint eine Ausgabe seiner Werke. Peter Rühmkorf verstarb am 8. Juni 2008.
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Filmjuwelen (Alive AG) Der Apfel ist ab - Die alte Geschichte von Adam und Eva - filmjuwelen A1038740486
Filmjuwelen (Alive AG) Der Apfel ist ab - Die alte Geschichte von Adam und Eva - filmjuwelen A1038740486
s/w In der unmittelbaren Nachkriegszeit liegt Deutschland noch in Trümmern. Für den Apfelsaftfabrikanten Adam Schmidt (Bobby Todd) läuft die Produktion allmählich wieder ganz gut an. Aber er hat private Sorgen, denn er kann und will sich nicht entscheiden zwischen seiner Geliebten Eva (Bettina Moissi) und seiner Ehefrau Lilly (Joana Maria Gorvin), die ihrerseits ein Verhältnis mit Schmidts Steuerberater Dr.Lutz (Arno Assmann) unterhält. Von seinem treuen Dackel begleitet, verlässt Schmidt die Firma, um sich umzubringen. Beide Versuche gelingen nicht, doch scheint sich ihm ein Ausweg zu eröffnen, als sein Blick auf das Plakat der Kurstätte von Professor Petri (Helmut Käutner) fällt. Der Arzt will Schmidt mit Illusionen kurieren, aber der Patient bricht die Kur vorschnell ab. Während er auf die erste Straßenbahn am Morgen wartet, fällt er in tiefen Schlaf und träumt die Geschichte vom Paradies, in der sich nur allzu bekannte Personen aus seinem tatsächlichen Leben ein Stelldichein geben…
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Neisse Verlag Silesia in litteris servata A1033529188
Neisse Verlag Silesia in litteris servata A1033529188
Das zweibändige Sammelwerk Silesia in litteris servata, dessen Titel man als „das in literarischen Zeugnissen gerettete Schlesien“ übertragen könnte, bringt eine Reihe von Einzeldarstellungen zu einer teilweise als alternativ zu bezeichnenden deutschen Literaturgeschichte der Nachkriegszeit, einer Literaturgeschichte, die nach wie vor ihrer deutschlandweiten Entdeckung und anschließend auch einschlägigen Würdigung harrt. Die einzelnen Studien, Skizzen und Essays ergeben ein vielfältiges Bild von einem zwar heimatbezogenen aber die so oft beschworene simple Heimatverschlossenheit durchbrechenden Schrifttum, das von den in Mittel-. Nieder- und Oberschlesien sowie in der Grafschaft Glatz wirkenden Autoren verschiedener Generationen hervorgebracht wurde. Das bis auf wenige Ausnahmen verbindende Grunderlebnis ist für diese Schriftsteller der Heimatverlust, der für viele von ihnen zu einem kaum überwindbaren Trauma geworden ist. Dieses prägende Moment läßt die meisten der hier untersuchten Texte als Beispiele für eine weitgehende Säkularisierung des Andenkens an die Orte der Kindheit und der Jugendzeit auffassen, darüber hinaus als Beiträge zu einer Erinnerungskultur, die die Wiederfindung der vermißten regionalen Identität zu ihrem Hauptziel macht. Silesia in litteris servata stellt einen von vielen Versuchen deutscher und polnischer Literaturwissenschaftler dar, das dichterische Werk der aus ihrer angestammten Heimat gewaltsam Vertriebenen dem Vergessen zu entreißen. Das Sammelwerk ist als ein längst fälliger Tribut gedacht, der sowohl der schriftstellerischen Leistung der wenigen, denen ein Durchbruch gelungen war, wie auch dem kaum bekannten Werk der vielen in Vergessenheit geratenen Dichter aus Schlesien gezollt werden soll. Edward Bialek im Vorwort Beiträge über: Hans Zuchhold (1876-1953) Waldemar von Grumbkow (1888-1959) Arnold Ulitz (1888-1971) Traud Gravenhorst (1892-1968) Friedrich Bischoff (1896-1976) Richard Wolf (1900-1995) Werner Finck (1902-1978) Hugo Hartung (1902-1972) Ruth Storm (1905-1993) Ernst Günther Bleisch (1914-2003) Arno Schmidt (1914-1979) Dagmar von Mutius (1919-2008) Jochen Hoffbauer (1923-2006) Leonie Ossowski (geb. 1925)
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dtv Die Deutschen und ihre Dichter A1000199758
dtv Die Deutschen und ihre Dichter A1000199758
Essays, Gedichte, Interviews Eine Fundgrube an Texten, die teilweise hier erstmals erscheinen! »Sie lieben sie unerbittlich, bis sie zur Denkmalgröße schrumpfen und unkenntlich sind. Neuerdings wünschen sich die Deutschen ihre Dichter engagiert, aber nicht allzusehr...« Günter Grass steht in einer literarischen Tradition und ist sich seines Herkommens als Schriftsteller immer bewußt. Wenn er sich intensiv mit Künstlerkollegen beschäftigt und davon Zeugnis ablegt, so geschieht das nicht nur, um »als Schüler dem Lehrer dankbar zu sein«. Die fruchtbare Auseinandersetzung mit fremden Werken mündet in Grass‘ eigene literarische Produktion, wie zum Beispiel ›Die Plebejer proben den Aufstand‹, ›Das Treffen in Telgte‹ oder ›Ein weites Feld‹ zeigen. Ob in Gedichten, Reden, Interviews, Briefen, Laudationes oder Nachrufen – immer wird deutlich, wie viel Günter Grass die Freundschaft zu Kollegen und Verlegern bedeutet und wie sehr er das kritische Gespräch mit ihnen sucht. Inhalt: - Racine läßt sein Wappen ändern - Annabel Lee. Hommage à E. A. Poe - Mein Ungedicht - Ohrenbeichte. Brief an ein unbeschriebenes Blatt - Kleine Rede für Arno Schmidt - Vor- und Nachgeschichte der Tragödie des Coriolanus von Livius und Plutarch über Shakespeare bis zu Brecht und mir - Freundliche Bitte um bessere Feinde - Über meinen Lehrer Döblin - Genau hingucken. Zum Tod des Bildhauers Karl Hartung - Entschuldigung - Über meinen Verleger - Politisches Tagebuch. Abschußlisten - Vom Stillstand im Fortschritt. Variationen zu Albrecht Dürers Kupferstich ›Melencolia I‹ - Politisches Tagebuch. Die Deutschen und ihre Dichter - Todesarten - Auf der Durchreise Biermann - Im Wettlauf mit den Utopien - Eine Sonntagsidee - Kafka und seine Vollstrecker - Ein gewichtiger Mann - Wie sagen wir es den Kindern? - Abschied von Uwe Johnson - Die Zeit erinnernd aufheben - Tallhover kann nicht sterben - Das Mittelalter hat uns eingeholt - Geschichtliche Last als politische Verpflichtung - Nötige Kritik oder Hinrichtung? - Distanz, heftige Nähe, Fremdwerden und Fremdbleiben - Doppelter Max - Offener Brief an Salman Rushdie - Gegen die Hohepriester der Eindeutigkeit - Brief an Christa Wolf - Nachruf auf Helen Wolff - Rabe oder Krähe
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Suhrkamp Die Straße (Ortsumgehung 3) A1030458172
Suhrkamp Die Straße (Ortsumgehung 3) A1030458172
Am Anfang sind es bloß Doktorspiele, aber sie sind schon von einer Dringlichkeit, die eines Erwachsenen würdig wäre. Später kommt die »Bravo« und gibt erstmals eine Sprache dazu. Eine jugendliche Welt aus zeitschriftengeborenenen Worten wie Petting, Glied und Scheide. Der Erzähler, drei Jahre jünger als seine Schwester und ihre Freundinnen, steht staunend vor ihnen und erfährt seine erste Aufklärung ausgerechnet mit »Alice im Wunderland«. Alte Hexenhausmänner durchwandern die Szene und ziehen die Zehnjährigen auf deren Schulheimwegen in ihre Häuser. Ganz schlimm erwischt es John, einen amerikanischen Gastschüler, der sich in der Folge einen Panzer gegen seine Umwelt anfrißt. Die Schwester, inzwischen adoleszent, rennt mit ihren Freundinnen um die amerikanische Kaserne in Friedberg in der Wetterau in der verzweifelten Hoffnung, die GIs mögen sie endlich erwählen. Und die verliebten Jugendlichen bevölkern nach Schulschluß die Kaiserstraße wie ein Auflauf vorübergehend unheilbar Kranker, für die sonst nirgends Platz wäre, so zahlreich sind sie. »Der Anfang des Unterschieds und damit aller späteren Liebe und allen Schmerzes war, daß jene Bettina anders war als ich und ich nicht wußte, inwieweit sie anders war. Und daß, um es zu erfahren, sie sich ausziehen müßte.« Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung. Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Suhrkamp Die Heimat − Roman (Ortsumgehung 9) A1066477043
Suhrkamp Die Heimat − Roman (Ortsumgehung 9) A1066477043
Deutschland, Anfang der siebziger Jahre: ein Land voller Angst vor allem Fremden. Der einzige Italiener an der Schule wirkt wie ein außerirdisches Wesen. In den Achtzigern sind es die Türken, die zum ersten Mal die Tische vor die Wirtschaft stellen. Während die Wetterauer den ersten Döner im Landkreis als Widerstandsnahrung feiern, erobert der lange verschwundene Hitler den öffentlichen Raum in Funk und Fernsehen. In den Neunzigern träumt der Erzähler seinen großen Traum vom Wetterauer Land, verschwindet allerdings erst mal mit seiner Cousine unter einer Bettdecke am Ostrand der neuen Republik. Die Heimkunft gelingt innerfamiliär, das Haus der Großmutter wird als musealer Ort rekonstruiert, während im Ort wenigstens der Grundriss der 1938 niedergebrannten Synagoge wiederhergestellt wird. Aber noch im neuen Jahrtausend, als die ganze Republik ständig den Begriff »Heimat« diskutiert, will niemand vom früheren Leben in der konkreten Heimat wissen, als es die noch gab, die es seit ihrer Deportation nicht mehr gab. Mit untrüglichem Gespür für alles Abgründige in der gelebten Normalität erzählt Andreas Maier von Deutschland zwischen Weltkrieg, Mauerfall und Jahrtausendwende; davon, wie es sich die Menschen gemütlich machen in vierzig Jahren Geschichte. Unbestechlich ist sein Blick auf eine Heimat, die seit jeher Fiktion ist. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung. Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis, bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung-Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Frölich und Kaufmann Das große Buch vom Brot. Küchenpraxis. Warenkunde. 115 Rezepte. 1449621
Frölich und Kaufmann Das große Buch vom Brot. Küchenpraxis. Warenkunde. 115 Rezepte. 1449621
Gutes Brot ist ein Stück Heimat. Und unsere Heimat ist es auch, die mit echter Tradition aufwarten kann. Denn wo gibt es mehr Brotvielfalt als in Deutschland? Schauen Sie Alexander Schmidt beim Kneten über die Schulter und erfahren Sie von Arno Simon, worauf es bei gutem Mehl wirklich ankommt. Für die süßen Genüsse wie Hefezopf oder Rosinenbrötchen ist Marie Thérèse Simon zuständig. Mit bebilderten Step-Anleitungen und 115 Rezepten von Wurzelbrot bis Kartoffelbrötchen kommen auch Sie ganz einfach zum selbst gemachten Brotgenuss.
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Suhrkamp Die Familie - Roman (Ortsumgehung 7) A1052656641
Suhrkamp Die Familie - Roman (Ortsumgehung 7) A1052656641
Am Ende dieses Romans ist der Erzähler Andreas 28 Jahre alt und studiert in Frankfurt am Main, wo er sich unter anderem mit Wahrheitstheorien auseinandersetzt. Andreas Maier erzählt, wie es gerade die Hindernisse in seinem Leben waren, die seinen Protagonisten zu einer derart abseitigen Beschäftigung veranlassten. In seinem ironisch-komisch, zugleich Gefühle nicht aussparenden Duktus sucht er dem auf die Spur zu kommen, was ihn zur Beschäftigung mit der Unterscheidung zwischen »wahr« oder »falsch« bzw. »Lüge« beinahe unweigerlich geführt hat. Die Gründe liegen in der Kindheit: Konflikte des fünf Jahre älteren Bruders mit dem CDU-Vater: »Realpolitik« (der Vater ist Kreistagsabgeordneter) vs. einem ethisch »reinen« »Fundamentalismus« (der Bruder gründet, kaum fünfzehn, den ersten Grünen-Verband in der Stadt mit). Der Protagonist ist damals zwölf und lernt erstmals, wie offen zutage liegende Wahrheiten von engsten Verwandten dauerhaft bestritten werden. Der Schüler schaut den Diskussionen, etwa im Sozialkundeunterricht oder bei der Blockade vor dem Kasernentor, nur noch zu, ohne einzugreifen, und beginnt sie als Gesellschaftsspiel zu lesen. Für die Universität ist das eine schlechte Vorbereitung. Als Student beginnt der Protagonist zu begreifen, dass Öffentlichkeit auf Unwahrheit, Verdrängung und kollektiver Rationalisierung beruht. Der neue Roman von Andreas Maier konfrontiert den Protagonisten mit dem Riss, der die Welt durchzieht: dem Konflikt von Einzelwesen (einzelner Mensch vor Gott, vor der Wahrheit) kontra Gesellschaft (nicht wahrheitsfähig, aber dennoch genauso existent und unabänderbar). Und erste Erkenntnisse, wonach diese Dichotomie nicht zu heilen ist: dass wir in beiden Sphären existieren. Dieses Buch ist Teil der Ortsumgehung . Seit 2010 können Leserinnen und Leser Andreas Maier bei seiner Ortsumgehung begleiten. Der Autor hat sie in den letzten Jahren auf eine Reise durch die Familien- und Heimatgeschichte mitgenommen: vom ehemaligen Zimmer seines Onkels in Bad Nauheim, wo er den Romanzyklus in Das Zimmer beginnt, über die Friedberger Schuljahre in Die Straße und die ersten Liebes- und Schreibversuche in Der Ort und Der Kreis , bis zu den Reisen, von denen er in Die Städte erzählt. Elf Bücher wird es nach Abschluss des autofiktionalen Romanprojekts geben. Andreas Maier wurde für seine Ortsumgehung -Romane mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, Hugo-Ball-Preis und Arno-Schmidt-Stipendium. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.
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Edition Rejoyce Literatur in der Landschaft A1062967642
Edition Rejoyce Literatur in der Landschaft A1062967642
Dieser Band präsentiert in Wort und Bild fünfzig realweltliche Örtlichkeiten in Irland, die auf die eine oder andere Weise in die Literatur eingegangen sind. Es geht um Dörfer und Städte, aber auch um Inseln, Halbinseln, Berge. Die Großstädte Dublin, Cork, Belfast bleiben ausnahmsweise ausgespart, auch wenn sie als Schauplätze bei vielen Autoren besonders beliebt sind – alleine mit Lokalitäten in Dublin, die bei Joyce oder Beckett vorkommen, hätte sich ein eigener Band füllen lassen, doch hier soll es um ländlichere und provinziellere Szenerien gehen. Immerhin lassen sich auch Großstadtliteraten gelegentlich aus ihren Metropolen herauslocken und sind folglich in diesem Band vertreten. Der Bezug zwischen Topographie und Literatur gestaltet sich bei jedem der fünfzig Beispiele auf je eigene Weise und wird knapp, aber präzise analysiert. Neben irischen Autorinnen und Autoren werden auch nichtirische aufgeboten, bei denen sich bisweilen überraschende Zusammenhänge herstellen. Behandelt und topographisch verankert werden folgende Autorinnen und Autoren: Kevin Barry, Samuel Beckett, John Betjeman, Jorge Luis Borges, Maeve Brennan, William Carleton, Thomas Crofton Croker, Eric Cross, Dante Alighieri, Seamus Deane, Roddy Doyle, Anne Enright, Urs Faes, Robin Flower, Oliver St. John Gogarty, Jacob und Wilhelm Grimm, Joseph Hayes, Dermot Healy, Seamus Heaney, Dorothea Herbert, James Joyce, Claire Keegan, Benedict Kiely, Des Lavelle, John Lennon, Eugene McCabe, Patrick McCabe, Colum McCann, Saoirse McGrath, Bernard MacLaverty, Eoin McNamee, Violet Florence Martin, John Montague, Richard Murphy, Flann O’Brien, Frank O’Connor, Joseph O’Connor, Tomás O’Crohan, Cathal Ó Searcaigh, Maurice O’Sullivan, James Plunkett, Frank Ronan, Peig Sayers, Hansjörg Schertenleib, Arno Schmidt, George Bernard Shaw, Edith Somerville, John Millington Synge, Dylan Thomas, Colm Tóibín, William Trevor, Leon Uris, William Butler Yeats.
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SWR Mediaservices GmbH Erzählungen und Gedichte A1043858603
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Dieses Hörbuch enthält folgende Erzählungen und Gedichte von Peter Rosegger: Als ich noch der Waldbauernbub war (Sprecher: Herbert Sasse, Regie: Isabella Herskovics, Erstsendedatum: 28.10.1996), Als ich das erste Mal auf einem Dampfwagen saß (Sprecher: Wilhelm Zeno Diemer, Regie: Arno Haupt, Erstsendedatum: 14.04.1970), Ein Freund ging nach Amerika (Sprecher und Regisseur: Heiner Schmidt, Erstsendedatum: 07.08.1983), Ewiges Leben (Sprecher: Heinz Schimmelpfennig, Regie: Christine Davis, Erstsendedatum: 17.11.1990), Dem Tiere zum Schutz – dem Menschen zu Nutz (Sprecher: Heiner Schmidt, Regie: Christine Davis, Erstsendedatum: 04.08.1985), Ein bisschen mehr Friede (Sprecher: Peter Lieck, Regie: Christine Davis, Erstsendedatum: 03.01.1988), Darf ih's Dirndl liebn? (Sprecher: Peter Lieck, Regie: Christine Davis, Erstsendedatum: 01.05.1988), Das letzte Gedicht (Sprecher: Peter Lieck, Regie: Christine Davis, Erstsendedatum: 01.05.1988).
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GRIN Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert A1005404191
GRIN Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert A1005404191
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universität Potsdam, Veranstaltung: Nachkriegsliteratur, Sprache: Deutsch, Abstract: Für die deutschsprachige Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit haben sich Bezeichnungen wie Trümmerliteratur, Heimkehrerliteratur oder Literatur des Kahlschlags eingebürgert, die in jedem Fall das Programm einer realistischen, auf die Probleme der unmittelbaren Gegenwart bezogenen Literatur meinen. Ihre Entwicklung muss unter Berücksichtigung der territorialen Bedingungen gesehen werden. Demnach unterscheidet man zwischen der westdeutschen Literatur und der Literatur der sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Johannes R. Becher gehörte neben Bertolt Brecht, Friedrich Wolf, Arnold Zweig, Stefan Heym, Bruno Apitz et al. zu jenen Autoren, die nach 1945 aus dem Exil nach Deutschland und hier nahezu ausnahmslos in die damalige sowjetische Besatzungszone zurückkehrten und einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der ostdeutschen Literatur nahmen.Die deutsche Literatur der westlichen Zonen wurde überwiegend von den Autoren der so genannten Inneren Emigration bestimmt, von Schriftstellern also, die Deutschland während des NS-Regimes nicht verlassen hatten. Die in dieser Zeit entstandene Literatur, wie zum Beispiel die Naturlyrik von Gottfried Benn oder Werke von Oskar Loerke und Elisabeth Langgässer, war in der Regel "apolitisch und bar jeglicher Kritik". Neben den inneren Emigranten bestimmten auch Autoren der Jungen Generation das literarische Leben in den westlichen Besatzungszonen. Zu ihnen zählen nicht nur die Anhänger der Gruppe 47 und Wolfgang Borchert, sondern auch der Einzelgänger Arno Schmidt sowie Ilse Aichinger und Peter Weiss, um nur einige weitere Namen zu nennen. Zu ihren zentralen Themen gehörte unter anderem die Problematik des Kriegsheimkehrers. Das Drama Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert gilt hier als repräsentatives Beispiel. Wolfgang Borchert gehörte zu denjenigen, die das Inferno des Krieges hautnah miterlebt hatten. Als er nach kurzer Kriegsgefangenschaft 1945 in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte, blieben ihm nur noch zwei Jahre, um all das hervorzubringen, was in ihm "glühte und gesagt zu werden verlangte". Der Schauspieler und Schriftsteller verfasste nicht nur das bereits erwähnte Drama, sondern schrieb auch zahlreiche Erzählungen, Gedichte sowie Kurzgeschichten, von denen in dieser Arbeit zwei genauer untersucht werden sollen.
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GRIN Die Menschen Gebärden sich wie Fahnen A1009709152
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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, Note: 1,7, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Veranstaltung: Motivgeschichte konkret, Sprache: Deutsch, Abstract: "Schließlich sollten die Entscheidungen über Krieg und Rassenpolitik, die beiden zentralen Dimensionen der nationalsozialistischen Politik, auf Hitlers weltanschaulichen Willen zurückgehen." (Bundeszentrale für politische Bildung 2009). Wenn ein Diktator das Volk soweit manipuliert, dass dieses nahezu willenlos folgt, stellt sich die Frage nach dem Vorgehen. Mit perfiden Gedankenspielen zur Rassenlehre und Umdeutungen von Naturgesetzen versprach er den Bürgern, die vom Ausgang des Ersten Weltkrieges gezeichnet waren, eine höhere Lebensqualität, da sie zur überlegenen Rasse gehören. Die leicht verständlichen und darüber hinaus verheißungsvollen Botschaften boten der rechtsextremistischen Ideologie Vorschub, ihren Anhängern eine glorreiche Perspektive. In der Erzählung "Aus dem Leben eines Fauns" wird diese Thematik zwar indirekt angesprochen, die politischen Hintergründe bleiben jedoch weitestgehend unberücksichtigt. Beim erstmaligen Kontakt mit der Erzählung wirkt der Inhalt, begründet mit der atypischen Erzählstruktur und unzähligen intertextuellen Bezügen, suspekt. Und doch wird bei näherer Betrachtung die gesellschaftspolitische Kritik speziell an der Bevölkerung transparent. Innerhalb dieser Ausarbeitung werden zwei Systeme der Erzählung analysiert. Zum einen wird die Einstellung des Ich-Erzählers zur Gesellschaft im Allgemeinen begutachtet. Die Frage, welche Mitschuld jeder Einzelne an der Entwicklung hin zum Krieg trägt, soll dabei in den Fokus rücken (vgl. u. a. Simon 2006; Reemtsma 2004). Zum anderen wird die Familie des Protagonisten näher charakterisiert. In einer politisch schwierigen Zeit kann der Leser a priori davon ausgehen, dass die Familie als Rückzugsort dient, an dem jedes Mitglied Nähe und Geborgenheit genießt. Aus welchen Gründen Familie Düring diesem Ideal nicht entspricht, wird kritisch hinterfragt werden (vgl. Elhardt 1984). Wie auch das Killy Literatur-Lexikon belegt, repräsentiert der Erzähler im "Faun" ein doppelmoralisches Leben, zwischen Ablehnung des Regimes und Ausführung von Befehlen (vgl. Killy 1991, S. 307). Speziell die Art, wie der Autor Arno Schmidt das Geschehene reflektiert, nämlich aufklärerisch expressionistisch und darüber hinaus inhaltlich treffend, spricht für eine gelungene Erzählung, der es gelingt, die Opfer- und die Täterrolle nicht zu vermengen. Ist der Krieg ausgebrochen, fragen die Bomben nicht nach Tätern, sondern belegen schonungslos die Konsequenzen für die Bevölkerung.
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Edition text + kritik Alfred Andersch A1071634671
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"Andersch war nicht Trinker, nicht Frauenjäger, nicht süchtig. Dagegen stand sein Verstand. Er wollte die Welt verändern und wußte, das kann ich nicht. Er zeichnete sie." Wolfgang KoeppenAlfred Andersch (1914–1980) besetzte in der Nachkriegszeit und den 1950er Jahren Schlüssel-positionen im westdeutschen Literaturbetrieb, gründete wegweisende Zeitschriften ("Der Ruf", "Texte und Zeichen") und Radioreihen, in denen er dem Feature eine 'funkische' Form, dem Hörspiel neue originelle Töne, der Streitkultur eine pluralistische Ausrichtung und mit alldem zahlreichen Kolleginnen wie Kollegen, umstrittenen wie unbekannten, gut bezahlte Sendungen verschaffte. Ein Pionier demokratischer Medienarbeit, stand er auch in seiner Autorschaft auf Seiten der littérature engagée. Der Stil seiner Prosa ist knapp und berichtend, seine Vorbilder waren Jean-Paul Sartre und Ernest Hemingway. Sein eigentliches Ziel, die Existenz als freier Schriftsteller, erreichte er endgültig 1957 mit dem Roman "Sansibar oder der letzte Grund". 1958 wanderte er, angewidert auch von der politischen Entwicklung in Deutschland, mit der Familie in die Schweiz aus.Eingeleitet wird der Band mit ausgewählten Briefen Anderschs an die Malerin und Grafikerin Gisela Groneuer. Sie erzählen von einer großen Liebe und vom Werden und Zusammenwachsen eines unkonventionellen Künstlerpaares. Die Briefe setzen mit Anderschs Rückkehr aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft im Herbst 1945 ein und erstrecken sich über vier Jahre, bis die Liebenden im Sommer 1949 endlich ein gemeinsames Leben beginnen können.Seines Könnens war Andersch sich sehr bewusst; das machte ihn angreifbar. Denunziationen wurden lanciert, über seine Haft im KZ Dachau und über seine Desertion, die angeblich Erfindungen seien, über die Scheidung von seiner ersten Frau, die er böswillig im Stich gelassen habe. Quellenfunde entkräften diese Anwürfe und überraschen mit neuen Erkenntnissen. So war es bisher völlig unbekannt, dass Andersch aktiv der Resistenza zuarbeitete, bevor er während seines Kriegseinsatzes in der Toskana 1944 zu den Amerikanern überlief.Die literaturwissenschaftlichen Beiträge greifen einzelne Aspekte auf, die das Spektrum seines Schaffens wie seines Netzwerkens zeigen. Anderschs Engagement für einen demokratischen Rundfunk erweist sich am Abendgespräch zwischen Carl Schmitt und Werner Warnach. Andersch unterstützt Heinrich Böll, umwirbt Hans Werner Henze oder tritt energisch für Arno Schmidt ein. Von Beginn an ist sein Erzählwerk geprägt vom Umschlag genau beschriebener Faktizität in Utopie, noch verhalten bleibt die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten.
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